Freitag, 25. Februar 2022

Die gescheiterte Friedensbotschaft

Er war nach der „Kubakrise“ 1965 als friedenssichernde Maßnahme im „Kalten Krieg“ eingerichtet worden: Der „Heiße Draht“ zwischen Moskau und Washington hatte seinerzeit die Aufgabe zur Einhaltung des Weltfriedens. Die damaligen Fernschreiber, die für die Standverbindungen zwischen dem Pentagon und dem Kreml geschalten wurden, kamen übrigens aus dem ehemaligen VEB Gerätewerk im damaligen Karl-Marx-Stadt. So ist die Welt auch mit der indirekten Hilfe aus der ostdeutschen Stadt mit dem für die damalige Zeit schnellsten Kommunikationskanal haarscharf am Atomkrieg vorbeigeschrammt.


Heute, über 50 Jahre später blicken wir erneut nach Moskau, wo der russische Präsident Wladimir Putin sitzt und wir uns fragen, was plant er noch hinter den Kremlmauern? Derweil kommt das Vokabular längst vergessener Zeiten mit dem Ukraine-Krieg wieder hoch, lässt uns erschaudern. Da bekommt der Chemnitzer Friedenstag an diesem Wochenende eine ganz neue Bedeutung. „Stell dir vor, es ist Frieden und alle machen mit“ - steht auf einen der Friedensbanner am Rathaus. Im Moment spielt aber nur einer nicht mit, und das ist der Kreml-Chef Putin. Sein militärischer Einmarsch in die Ukraine ist eine brutale Völkerrechtsverletzung. 


Viele Jahre spielte er mit der Gutgläubigkeit des Westens. Alle diplomatischen Schritte, die seitens von Deutschland in Form von Geld in die Verteidigungspolitik geflossen sind, nützen schon lange nichts mehr, wenn sie es überhaupt schon jemals getan haben. Putin lacht über die Diplomatie.
Und in Hinblick auf den derzeitigen Krieg bekommt seine damalige Rede im Bundestag, wo er noch die Stärkung der Marktwirtschaft und Demokratie betonte, einen widerlichen Beigeschmack. Doch um den CDU-Chef Friedrich Merz zu zitieren: „Putin ist heute ein anderer als er es damals war“. Seine geopolitischen Ziele sind heute andere. Die vermeintliche Russland-Romantik zwischen Deutschland und Moskau wird zum Ghosting, das auf Dating-Plattformen für den Kommunikationsabbruch zwischen zwei Partnern ohne Ankündigung steht. Liebesbekundungen an die Ukraine sind wichtig, aber können gegenüber eines Wahnsinnigen wie Putin nicht viel erreichen.


Wenn jahrelang die rosarote Brille aufgesetzt wird, Deutschland in Behörden statt in ein funktionstüchtiges Militär investiert, dann ist es nicht verwunderlich, dass diplomatische Friedensbotschaften zum Scheitern verureilt sind. Keiner von ihnen war jemals zuvor so nah an einem Krieg, aber Machthaber, wie Putin oder Chinas Präsident Xi können nicht mit schwachen Sanktionen oder lächerlichen 5.000 Helmen abgeschreckt werden. Es mag verstörend klingen und auch wir als Land müssen künftig in den sauren Schuldenapfel beißen, aber derartigen Diktatoren müssen knallharte Sanktionen,  wie etwa der SWIFT-Ausschluss, die völlige Isolierung sowie eine starke Armee entgegengesetzt werden - unabhängig davon, ob sie zum Einsatz kommt.


Vor allem Deutschland war viel zu lange in einem Dornröschenschlaf, vertrödelte sogar beinahe den Entschluss, Russland aus dem internationalen Zahlungssytem auszuschließen. Erst mit dem Druck der Staatengemeinschaft, der selbst noch eher von Ungarn oder Polen kam, gab der deutsche Kanzler Olaf Scholz grünes Licht. In seiner Rede im Bundestag am Samstag fand er dann letztlich doch noch deutliche Worte.


100 Milliarden Euro für die Bundeswehr, mehr Geld für die Nato und Russlands wirtschaftliche Isolation vom Westen. Der neue „Klartext-Scholz“, wie BILD-Chefredakteur Johannes Boie ihn nennt, steht nun aber noch mehr unter Zugzwang. Denn auf Worte müssen Taten folgen. Klar verdient seine Rede größten Respekt. Aber bitte Herr Scholz, unser Land muss endlich aufwachen und wieder Stärke zeigen!

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Die gescheiterte Demokratin

„Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln“
 ~ Zitat von Otto von Bismarck ~

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Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich etwas zur derzeitigen Lage sagen soll. Denn um ehrlich zu sein, habe ich schon langsam keine Worte mehr für das, was da gerade in diesem Land passiert. Bald sind es fast zwei Jahre, die wir in diesem Corona-Schlamassel stecken. Fast zwei Jahre, in denen unsere Regierung nichts aus den anfänglichen Fehlern gelernt hat, geschweige denn, diese nur ansatzweise eingestanden hat. Im Gegenteil, sie präzisiert nur das Chaos.

Ich wache jeden Tag mit einem Deja-Vu auf. Die Pandemie ist von Beginn an geprägt von Empfehlungen und noch mehr Empfehlungen, nicht zu vergessen, die unzähligen Versprechungen. Das soll aber hier nicht das Thema sein. Denn es braucht jetzt keine Vorhalte, sondern Lösungen. Ich will auf etwas ganz anderes hinaus. Die aktuelle Lage schürt schließlich ein ganz anderes Problem, was meiner Meinung nach, noch viel gefährlicher ist. In einem Land, in dem ich mein ganzes Leben lang nichts anderes kenne als Demokratie, in Frieden und Sorglosigkeit aufgewachsen, fühle ich mich dennoch als Verlierer. Gescheitert an was? An mir selbst? Ich, die jedes rechtsradikale Gedankengut verabscheue. Ich, die Kriminelle, egal welcher Nationalität sie abstammen, verurteile? Weil ich die deutsche Sprache vor unnötigen Verrenkungen schützen will? Die Absurdität dieses Gedankenspiels ist nicht zu überlesen. Ich schätze die Demokratie, weil sie auch der Minderheit eine Stimme gibt. Doch wenn es nur noch schwarz oder weiß – ungeimpft und geimpft – rassistisch – ethnisch gibt, dann läuft hier definitiv etwas, wovon wir die Tragweite besser nicht kennen, sondern lieber verhindern sollten!

Normale Debatten gibt es schon lange nicht mehr. Kategorisch wird alles abgelehnt, was nicht gefällt. Jeder verschwanzt sich nur noch in seine eigene Blase oder sucht Unterschlupf in ebendiese mit Gleichgesinnten. Und da muss ich die Ansicht unseres neuen Bundeskanzlers Olaf Scholz widersprechen, wenn er meint, Deutschland sei nicht gespalten.

Wir befinden uns nicht am Anfang einer gespaltenen Gesellschaft, wir sind mittendrin! Fangen wir also lieber sofort an, uns wieder gegenseitig zuzuhören, Argumente des anderen nicht sofort abzuschmettern, sie lieber zu diskutieren, so wie wir es von einer gesunden Demokratie gewohnt waren.

Mittwoch, 22. September 2021

Die gescheiterte Germanistin

Vorweg: Ich habe mich bewusst dazu entschieden, die deutsche Sprache auch Sprache sein zu lassen und mich nicht dem aufgezwungenen Genderwirrwarr hinzugeben. Mir als Germanistin tut es in der Seele weh, wie derzeit mit der deutschen Sprache umgegangen wird. Die deutsche Sprache - Werkzeug der Dichter und Denker in diesem Land - ist voll mit Gendersternchen, Binnen-I und Schrägstrichen. 

Ein fehlgeleitetes Durcheinander? Ich sage: Ja! 

Seit Wochen beobachte ich die Moderatoren der öffentlich-rechtlichen Medien, wie sie sich regelrecht am gendergerechten Binnen-I verschlucken. Die Verfechter der gendergerechten Sprache irren sich bei dem Glauben, der deutschen Sprache könne einfach so ein „Genderhut“ aufgesetzt werden. Sie bemerken dabei nicht, dass dies grammatisch fatal und im Wesentlichen unnötig ist. Sogar im Duden gibt es aktuell Bestrebungen, die deutsche Sprache umzubauen. Man wolle das fest im Deutschen verwurzelte generische Maskulinum abschaffen. Der Begriff „Wissenschaftler“ wird auf den Internetseiten des Duden als „Subastantiv, maskulin - männliche Person, die über eine abgeschlossene Hochschulbildung verfügt und im Bereich der Wissenschaft tätig ist“ erläutert. Obwohl „Wissenschaftler“ vielmehr eine Personengruppe aus Frauen UND Männern bezeichnet. 

Der Irrtum wird auch sichtbar am Beispiel „Lehrer“, das ebenso nach dem generischen Maskulinum gebildet wurde. Es besteht aus dem Verbstamm „lehr“ und dem Substantivierungssuffix „er“. Das Substantiv „Lehrer“ bezeichnet quasi nichts weiter als Personen, die eines tun, nämlich lehren. Es meint weder Frauen noch Männer, sondern ist wiederum vielmehr eine Personenbezeichnung, die geschlechtsneutral ist, d.h. kein Bezug auf männlich, weiblich, inter, trans oder queer etc. hat. Jetzt würden viele Genderbefürworter behaupten, dass beim Lesen „männliche Stereotypen“ hervortreten, wir quasi immer als erstes einen Mann vor Augen haben. Die Wissenschaft ist voll mit derartigen Argumentationsstudien zum Thema Stereotyp. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will diese Stereotypen nicht abstreiten, denn es gibt sie durchaus. Aber der Preis, den wir für die unendliche Debatte um das generische Maskulinum zahlen, hat einschneidende Folgen in unserem Freiheitsgefühl.

Die Gendersternchen und das Binnen-I sind aufgesetzte Sprachgebilde, die uns einzwängen in unserer Sprache, und nebenbei bemerkt, die keineswegs Gleichberechtigung fördern. Im Gegenteil: Ändert ein Sternchen etwas an der Anzahl weiblicher Führungskräfte? Nein. Geht es den Frauen und Mädchen in Afghanistan dadurch besser? Wohl kaum! Viel wichtiger ist es doch, die Missstände direkt aufzuräumen
anstatt den Menschen etwas Unnatürliches aufzuzwingen. Erst Recht nicht, wenn es noch nicht einmal ansatzweise den Effekt erzielt, der angestrebt wird: Mehr Toleranz und Sichtbarkeit. Gendern im Sprachgebrauch will Einfluss auf unser Denken nehmen.

Sonntag, 22. August 2021

Gender-Wahnsinn

"Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, 
sondern dass er nicht tun muß, was er nicht will "
Jean-Jacques Rousseau ~
 
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Ein Zitat aus alten Zeiten, aber dennoch aktueller denn je. Denn wenn an der Freiheit unseres Sprachguts gekratzt wird, hinterlässt das Spuren, die nicht mehr einfach so wegpoliert werden können. Umso tiefer die Kerbe, desto mehr verlieren wir uns in einem „Aber, ich muss doch-Modus“ - Ich muss doch gendern, um den Frauen zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen, ich muss den Mund halten, weil ich sonst in die rechte Ecke gesetzt werde, ... - 


Klar ist: Ein „Muss“  gibt es nicht. Und selbst wenn, was hätte ich damit erreicht? Verdienen Frauen dadurch wirklich mehr Geld, haben sie mehr Anerkennung oder  erhalten sie von den Taliban dadurch mehr Rechte? Nein!


Und wer sagt, ich darf in einem Land, dass sich für seine demokratischen Werte hochleben lässt, nicht meine Meinung äußern? Niemand! 


Viel wichtiger ist es, die Missstände direkt auszuräumen anstatt den Menschen etwas aufzusetzen, was nicht natürlich ist und erst Recht nicht den Effekt erzielt, den man haben will: Mehr Toleranz und Sichtbarkeit. 


Wer in die Freiheit eingreift, bekommt eher das Gegenteil zu spüren: Abneigung und Unverständnis. 

Ganz zu schweigen von dem Chaos und Unwissen. Denn Gendersprache kann auch fatale grammatische Fehler hervorrufen, und da spreche ich hier nur vom Schreiben. Stellt euch das bitte mal in der Lautsprache vor. Nicht umsonst verschlucken sich die Nachrichtensprecher des öffentlich-rechtlichen Fernsehen am Gender-Binnen-I. 

Also, finde den Fehler! 




Mittwoch, 21. Juli 2021

Das kleine Wörtchen „Aber“

Nach einer solchen Hochwasserkatastrophe, wie sie vor einer Woche im Westen Deutschlands passiert ist, stellt sich bei vielen die Frage: Hätte es verhindert werden können wenn früher gewarnt worden wäre? Eine typische Hätte-Wenn-Aber-Phrase. Ich selbst bin kein Verfechter dessen. 

Aber - und da ist das berühmte Aber - nach solch einem Ereignis, für unser Land bisher noch nie da gewesen, kommen einem trotzdem Zweifel am Katastrophenschutz des Bundes. Wo waren die Sirenen? Warnungen der Wetterexperten drangen nicht bis in den letzten Haushalt. Viele unterschätzten die Lage. Klar, es wird immer die tollkühnen Menschen geben, denen selbst solch eine Naturkatastrophe scheinbar nichts an haben kann, die den Ernst der Lage nicht sehen. 

Aber wenn Sirenen versagen und Warnungen von öffentlich-rechtlichen Medien - für die jeder von uns bezahlt - nur wie ein laues Lüftchen behandelt werden, dann ist die Informationspflicht genauso umspült worden, wie hunderte Häuser in dem betroffenen Gebiet auch. 

Was mich dagegen umso glücklicher stimmt ist die enorme Hilfsbereitschaft der Menschen. Und dass mitten in einer Pandemie. Mögen die Unterstützungsangebote von Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) vielleicht auch nur ein Teil ihres Wahlprogrammes sein. Hauptsache, es kommt Hilfe. Hauptsache, sie werden auch  in die Tat umgesetzt. 


Und noch viel wichtiger: Der Zusammenhalt der Menschen ist da, die Politik sollte  nun jedoch die Geschehnisse und all ihre Hätte-Wenn-Aber-Phrasen nochmal genau  hinterfragen und daraus lernen. Um die Menschen, Nachbarn und freiwilligen Helfer, die sich  aktuell durch den Schlamm bewegen, mache ich mir in ihren Handlungen am allerwenigsten Sorgen.  Es ist die Politik, die endlich anfangen muss, zu handeln, damit wir ihr wieder vertrauen können! 

Donnerstag, 10. Juni 2021

Warum dieser gesellschaftliche Druck?

Seit Jahrhunderten kämpfen Frauen um ihre Rechte. Nein, liebe Leser, sie haben sich nicht im Datum geirrt, heute ist nicht der 8. März - Frauentag. Es ist der 11. Juni. Ein ganz normaler Tag. Warum ich dennoch auf das Thema anspreche? Warum nicht, sollte die Frage lauten. Denn schauen wir uns einmal in unserem Alltag um, sind wir täglich von Frauenpower umgeben.

Ob in der Pflege, in den Kindertagesstätten oder die alleinerziehende Mutti mit drei Kindern gegenüber im Bus - an Frauenpower mangelt es in unserer Gesellschaft nicht. Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, die mehrere Jobs gleichzeitig haben oder die gerade erst am Anfang ihres Erwachsenendasein stehen. Doch wenn es um die Frage geht, was eine Frau in unserer Gesellschaft sein muss, lässt sich das Gedankenspiel ins Unendliche treiben.

Eine Frau muss schlank sein - am besten die Modelmaße 90 - 60- 90 besitzen,  sie muss unabhängig sein aber gleichzeitig verheiratet, Kinder wollen - und das im richtigen Alter, 18 ist zu früh - 40 zu alt , dazu muss sie die Kinder mit dem perfekten Mann bekommen, mit dem sie bis zum Lebensende zusammenlebt. Hat sie die Kinder mit dem perfekten Mann, muss sie gleichzeitig aber auch erfolgreich im Job sein, um Geld zu verdienen und der Frauenquote gerecht werden. Selbstbewusst und attraktiv - aber nicht zu reizend, da die Gefahr des sexuellen Übergriffs zu hoch wäre. Sie muss also Kinder haben, Karriere machen aber nicht zu viel, da sie sonst den Haushalt, die Kinder und den Mann vernachlässigt - Hashtag Rabenmutter. Am besten einen Teilzeitjob haben, aber dann bleibt der Karriereschub aus... 

Sie merken, das Spiel lässt sich immer weiter so fortführen. Hat sie wiederum keine Kinder, keine feste Beziehungen ist das moralisch verwerflich.. Aber ist nicht dieser Gedanke eher verwerflich?
Es ist ein Teufelskreis, in dem sich die Frau von heute befindet. Der Druck auf sie ist enorm.  Muss das so? Ich sage: Nein. So wie es keine perfekten Männer gibt, so existieren auch keine perfekten Frauen. Es ist ein Trugschluss zu glauben, Frauen müssen ins Gesamtbild passen. Kein Trugschluss hingegen ist, dass Frauen - egal ob hier in Deutschland oder sonst wo auf der Welt - das Recht auf Verwirklichung haben sollten. Die Frauen auf unseren Seiten haben sich mit ihrem Unternehmen selbst verwirklicht, stehen voll im Leben und sind gute Beispiele dafür, es lohnt sich zu kämpfen. 

Ich möchte nicht als Frauenrechtlerin abgestempelt werden, aber ich habe das Recht auf freie Meinungsäußerung - und das sollte jede Frau auf der Welt haben. Denn irgendwo sind wir Frauen alle im Herzen eine Frauenrechtlerin - aber halt nicht nur, nicht ausschließlich und erst recht nicht selbstverständlich - sondern wir sind es und darüber hinaus noch viel mehr.

Freitag, 4. Juni 2021

Hört auf mit dem Regel-Wirrwarr

Das erste Mal seit längerer Zeit konnte ich die Sonne nachmittags auf meinem Balkon genießen. Denn seit dieser Woche hat sich mein Alltag gefühlt um 180 Grad gedreht. Die Fitnessstudios dürfen wieder öffnen. Für mich heißt das: Ich kann endlich wieder zeitig vor der Arbeit meinen Sport ausüben statt erst am Nachmittag nach der Arbeit die Sportmatte und Gymnastikbänder auszupacken. 

Wenn negativ positiv ist lautet nun das Motto. Denn bevor es zum Krafttraining geht, fahre ich vorher in ein Corona-Schnelltestzentrum.

Doch während ich mich über den neuen Alltag freue, blicke ich stirnrunzelnd auf die Regelungen zur Testpflicht beim Sport auf Außenanlagen. Klar, dass auch der Sächsische Landesportbund die neue Corona-Schutzverordnung kritisiert. Sie sorge nämlich, so der LSB-Generalsekretär Christian Dahms, für Verwirrung. Denn laut Freistaat Sachsen sei kontaktfreier Sport auf Außensportanlagen nur mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test möglich. In öffentlichen Parks und auf Grünflächen hingegen ist dieser Sport ohne Testpflicht möglich.

Und die Reaktion seitens des Sozialministeriums auf die Kritik des Landessportbundes lässt den Unmut nur noch größer werden. Dort heißt es, es liege kein Fehler vor. „Der Verordnungsgeber bezieht sich auf die Nichteinhaltung von Mindestabständen bei körperlicher Aktivität, die solche Regelungen aktuell noch notwendig mache. Die Benachteiligung von Außensportanlagen gegenüber dem allgemeinen Außenbereich begründet das Ministerium damit, dass die Durchführung und Kontrolle von Tests außerhalb von Sportanlagen deutlich schwieriger wäre, weil bei nicht vereinsorganisierten Aktivitäten kein Verantwortlicher für eine solche Regelung vorhanden sei.“

Eine Erklärung, die erneut zeigt, dass viele Politiker kein Vertrauen in die Gesellschaft haben, die sich seit Monaten um eine kontaktarme Alltags- und Trainingsgestaltung bemüht. Im Gegenteil, den Menschen und Vereinen wird bereits im Vorfeld die Nichteinhaltung von Corona-Regeln unterstellt.

Dass die Corona-Schutzverordnungen zu Beginn der Pandemie verwirrend und nicht immer nachvollziehbar waren, brauchen wir nicht diskutieren. Aber das nach über einem Jahr Pandemie der Verordnungs-Wirrwarr immer noch kein Ende nimmt und weiterhin auf den Rücken der Kinder und Jugendlichen ausgetragen wird, ist für mich unbegreiflich. Hat Deutschland wirklich so wenig übrig für Kinder? Sagen wir den Kindern nicht immer, erst denken, dann reden? Vielleicht sollten sich lieber die Vertreter der Verordnungen diese Redewendung zu Herzen nehmen.

 


Wer ist denn jetzt nun der Demokrat?

Die Ampelregierung erlebt gerade ihr blaues Wunder. Doch wenn wir einmal ehrlich sind, verwunderlich ist das schon lange nicht mehr. Umgangs...